Das Vorgehen der SP bei der Nomination von Patrik Degiacomi gibt immer wieder zu reden. Dominik Infanger hat Patrik Degiacomi mangelnden Respekt gegenüber den SP-Parteikollegen vorgehalten, weil sich Patrik Degiacomi in einer Nacht- und Nebelaktion als Stadtrat habe aufstellen lassen; Patrik Degiacomi habe seine Interessen rücksichtslos vor diejenigen altgedienter Vorstandsmitglieder und Amtsträger der SP Chur gestellt, welche sich über Jahre hinweg für die Sache der Partei eingesetzt haben und möglicherweise auch an einer Kandidatur interessiert gewesen wären.Darauf antwortet die SP in der Person von Werner Caviezel, Patrik Degiacomi sei nach „bewährter demokratischer Art“ aufgestellt worden. Es sei einfach kein anderer Kandidat vorgeschlagen worden.

Naja. Am 20. Oktober 2015 geht die SO davon aus, dass SP-Stadträtin Doris Caviezel für eine dritte und letzte Amtsperiode kandidieren werde. Am 1. November 2015 gibt Doris Caviezel überraschend bekannt, dass sie nicht mehr antreten werde. Am 2. November 2015 präsentiert die SP Chur Patrik Degiacomi als Nachfolger. Am 12. November 2015 wird dieser an einer ausserordentlichen Sektionsversammlung nominiert. Am 24. November 2015 (12 Tage später) wurden die Kandidatinnen und Kandidaten für die SP-Gemeinderatsliste an einer schon länger terminierten Sektionsversammlung nominiert.

Jeder Leser kann sich selber ein Bild davon machen, ob Interessenten unter diesen Umständen tatsächlich eine Chance hatten, sich in einem „bewährten demokratischen“ Nominationsverfahren zu bewerben. Es sieht doch eher danach aus, dass die ausserordentliche Sektionsversammlung vom 12. November 2015 ein Feigenblatt war. Wäre es nicht doch ehrlicher einzugestehen, dass altgediente Parteimitglieder ausgebremst wurden und dies unter den Umständen halt notwendig war?

Andri Mengiardi, Gemeinderat FDP, Chur

1 Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here